Kupfergeist Klettersteig in Hüttschlag

Letzte Woche habe ich mir den Kupfergeist Klettersteig in Hüttschlag im Großarltal ‚gegönnt‘, puuuh, aber ein geiles Gefühl es geschafft zu haben – vor allem weil ich den Steig sicher nicht gemacht hätte, wenn ich das hier:

„Ein weiteres Klettersteig-Meisterwerk von Richard Franzl für die Profi-Kletter­steigler, welches Mut, gute Steigtechnik und viel Kraftausdauer voraussetzt! Für Anfänger ungeeignet.“
„Viele Stellen D und D/E – sehr anstrengender Klettersteig, der mit E-Steigen zu vergleichen ist!“

vorher gelesen hätte…
Dank des mir Mut machenden Bergführers Sebastian (Kontaktdaten gerne auf Anfrage) und seinen Tips bin ich aber trotzdem gut durch den Steig gekommen und hatte sogar Spaß dabei!
Gebraucht haben wir etwas mehr als eine Stunde, was glaube ich ganz o.k. ist (auch wenn der Bergführer bzw. sein Sohn den Steig in 11 Minuten schaffen) – am nächsten Tag z.B. musste die Bergrettung jemand aus dem Steig holen, keine Kraft mehr gehabt.

Kurzbeschreibung des Kupfergeist-Klettersteig aus dem Web: Über die Einstiegsplatte (B u. B/C) zur Abzweigung des Gletschergoaßsteiges. Dann links von einem Dachüberhang aufwärts (C und C/D) und im Zick-Zack über schöne, steile Platten (C bis D) bis zur einer senkrechten Wand, welche die 1te Schlüsselstelle bildet (D/E, ein Griffbügel). Nach einem erdigen Grasband folgt die 2te Schlüsselstelle (D/E, sehr steil u. Kraft raubend, zwei Griffbügel). Danach etwas weniger steil über Platten (C bis D) nach links und in einer Querung (B bis C) zu einem tw. überhängenden und sehr ausgesetzten Pfeiler (C/D und D), über welchen man – zuletzt mit einer Querung – die Seilbrücke erreicht. Nach dieser über den kurzen Ausstiegspfeiler (C) zur Aussichtskanzel (Gitter).

Ergänzung dazu von mir: Die 2te Schlüsselstelle kann mittlerweile (wenn es trocken ist) umgangen werden mit einer C/D Alternative. Insgesamt durchgehende Seilsicherung, teilweise sind die Abstände (für meinen Geschmack) etwas zu weit. Und Kletterschuhe sind unbedingt zu empfehlen – ich war nur mit Trekkingschuhen unterwegs und hätte mir häufig mehr Grip am Fels gewünscht! Und ein Ruhekarabiner kann sicher auch nicht schaden…

Zum Abschluss noch ein paar Infos zu mir und meiner Vorbereitung, damit Ihr die Schwierigkeit für Euch vielleicht etwas besser einschätzen könnt:
Ich gehe seit etwas einem halben Jahr in der Hallte klettern und bin dort bei der Schwierigkeit 5 angelangt (also noch nicht wirklich sooo weit).
Ich gehe regelmäßig eine Stunde (i.w. bergauf) joggen und gönne mir im Jahr zwei bis drei Bergtouren (in den Alpen oder auf Vulkane).
Ab und an Klimmzüge und Liegestütze zu Hause.
Drei kleine Kinder.

Insgesamt ein super Erlebnis und der Ansporn, noch mehr zu trainieren, um ähnliche oder noch schwierigere Steige (Königsjodler etc., Sky Walk…) begehen zu können!