In einem Mitsubishi Kleinbus ging es nach Jampit auf eine Kaffeefarm. Die Fahrt (Detlef hat sich unterwegs eine landestypische Spitzhacke samt “Reishut” gekauft) verlief wieder einmal durch traumhafte Landschaften bzw. riesige Kaffeeplantagen mit Stops an zwei Maaren. Die Kaffeefarm konnte am heutigen Sonntag jedoch nicht besichtigt werden, und auch die Unterkunft war recht dreckig und lieblos hergerichtet, die einzig wirklich unbrauchbare Unterkunft auf der gesamten Reise, war ja aber zum Glück nur für ein paar Stunden…

Einige Fahrminuten von der Farm entfernt begann unser nächtlicher Aufstieg zum Kraterrand (breiter Weg, bisschen steil) des Kawah Ijen, bei Nebel fast Regen, so dass wir schon um den brennenden Schwefel fürchteten.Brennender Schwefel am Kawah Ijen Es folgte ein rutschiger Abstieg in den Krater, und unser Wetterglück schaltete sich rechtzeitig wieder ein, Regen und Nebel verschwanden und gaben den Blick auf den brennenden Schwefel frei: blaue Flammen, zischende Geräusche, der Wahnsinn. Wir waren sogar gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Tageslicht da, so dass wir die Flammen fotografieren konnten!!!

Nach wenigen Minuten wurde es dann immer heller, und wir konnten die Arbeiter bei ihrer Tätigkeit “in der Hölle” bestaunen: In die Fumerolen wurden Rohre gelegt, aus denen der Schwefel 200 – 400 Grad heiß heraus Mehr als 80kg Schwefel auf den Schulternkommt, abkühlt und von den Männern mit langen Stangen aus dem Boden gebrochen (mitten in den Schwefeldämpfen stehend) und anschließend in Körbe gelegt wird. Jeder Arbeiter hat zwei dieser mit einer Stange verbundenen Körbe, welche gefüllt zusammen um die 80 kg wiegen. Diese trägt er dann (in Sandalen/ Gummistiefeln) erst einmal den Krater hinauf (sehr steil, 200 Höhenmeter) und dann hinunter (3 Kilometer) bis zu den Wiegestationen bzw. LKWs, und das zwei bis drei Mal am Tag für ca. fünf Dollar Lohn/ Tag (durch den Verkauf von Schwefelskulpturen anSchwefelsee am Kawah Ijen Touris verdienen sie sich noch etwas hinzu bzw. erhalten Zigaretten für eine Fotoerlaubnis) bei einer Lebenserwartung von 30 Jahren. Wir haben viel und lange geschaut und zugesehen, gestaunt, und waren sprachlos angesichts der Arbeitsbedingungen… Als die Sonne dann vollends in den Krater schien sind wir zurück auf den Kraterrand mit schönem Blick auf den türkisfarbenen Kratersee gelaufen.

Info: Ijen (frühere Schreibweise „Idjen“) ist der Name eines Vulkankomplexes in Besuki, dem östlichsten Bezirk der indonesischen Insel Java. Am bekanntesten in diesem riesigen Komplex, dessen Basisdurchmesser 75 km beträgt, ist der von kahlen Wänden eingeschlossene Kratersee Kawah Ijen, der von manchen Geologen und Mineralogen als „das größte Säurefaß der Erde“ bezeichnet worden ist. Mit seinem säurehaltigen türkisfarbigen Wasser und seiner heftig dampfenden Solfatare ist er ein zwar eindrucksvolles, aus Sicherheitsgründen aber nicht immer frei zugängliches Touristenziel

Der im Ijen-Krater eingebettete See Kawah Ijen ist 960 m lang, 600 m breit und bis zu 200 m tief. Seine Oberfläche beträgt 41 Hektar, sein Inhalt etwa 36 Millionen Kubikmeter. Die intensive blau-grüne Farbe des Kawah Ijen wird hervorgerufen durch seinen hohen Gehalt an Alaun, Schwefel und Gips. Der Alaungehalt wird auf über 100.000 Tonnen geschätzt.

Die Wassertemperatur des Sees unterliegt starken Schwankungen, wobei langfristig eine steigende Tendenz festgestellt worden ist. Im Oktober 2000 wurden 32° C, in den Folgejahren 35° C bis 45° C gemessen. Der bislang höchste Wert beträgt 48,1° C, gemessen am 13. Juli 2004 (Stand November 2007).

Am Südostufer des Sees befindet sich eine Solfatare, die mit 190° bis 210° C heißen Fumarolen die bedeutendste Schwefelansammlung Indonesiens mit bis zu 8 Meter dicken Schwefelbänken abgelagert hat. Der Schwefel tritt als heftig dampfende zähflüssige orange- bis rotfarbige Masse zutage, die sich erst nach Abkühlung in ein leuchtendes Gelb verwandelt. Gelegentlich entzündet sich der austretende Schwefel von selbst und fließt als hellblau brennender Strom in den See, dessen Leuchtkraft insbesondere im Dunkel der Nacht ein mystisch anmutendes Schauspiel bietet. Arbeiter aus der lokalen Bevölkerung brechen den Schwefel ab und bringen ihn in Bambuskörben über den 200 m höher liegenden Kraterrand zu Tal.